Es gibt kaum ein Wildtier, das so kontrovers in der menschlichen Gesellschaft diskutiert wird, wie der Wolf. Tiefer Hass stehen dem Gefühl von unendlicher Liebe und Verbundenheit mit den Tieren gegenüber. Leider kommt der oft kritiklos-verehrte "Bruder Wolf" besonders mit den Weidetierhaltern und -halterinnen, sowie der Schäferschaft über Kreuz: Übergriffe auf Weidetiere verursachen nicht nur wirtschaftlichen Schaden, sondern auch menschliches Leid bei den Besitzern. Schnell wird über den Wolf geurteilt und dabei vergessen, dass es nicht "den WOLF" gibt, sondern immer Individuen. Deswegen müssen wir die lokal ansässigen Wölfe und ihre Interaktionen mit den dortigen Menschen besser verstehen. Dann können wir effektiv auf individuelle Unterschiede eingehen und den Menschen vor Ort eine Unterstützung bieten, wenn es schwierig wird. Aufklärung kann nur auf der Grundlage von guten Daten nachhaltig sein.
Wir haben über 14 Wölfe besendert und ihre Lebensweise verfolgen dürfen. Die Langstreckenwanderungen und sozialen Interaktionen sind mindestens genauso spannend, wie die Tatsache, dass eben nicht alle Wölfe Weidetiere auf ihrem Speiseplan stehen hatten. Somit gibt es durchaus Wolfsindividuen, mit denen wir einigermaßen auskommen können. Und das ist eine sehr gute Nachricht. Leider gab es aber auch überaus schlaue Weidetierjäger, auf die ein Management reagieren sollte. Dann dürfen sie auch bleiben - die grauen Jäger des Waldes, die leise jagen und leider viel zu laut diskutiert werden.
Wölfe werden unglaublich kontrovers wahrgenommen, geliebt und gehasst. Wir wollen wissen, was die Wölfe wirklich machen